Bioenergie Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Fördermaßnahme

Die Bioenergie-Regionen

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft  (BMEL) förderte Strukturen zur Erzeugung und zum Einsatz von Bioenergie in sogenannten Bioenergie-Regionen. Während sie in der ersten Phase von 2009-2012 vor allem Netzwerke aufbauten und die Grundlagen für Bioenergieerzeugung und -nutzung schufen, konzentrierten sich die Akteure in der zweiten Phase von 2012 bis 2015 auf die gezielte Steigerung der regionalen Wertschöpfung durch Bioenergie, auf die Effizienzsteigerung und Optimierung der Stoffströme sowie auf die Weitergabe der Erfahrungen an Partner-Regionen. Die Bioenergie-Regionen arbeiteten mit sogenannten Zwillingsregionen zusammen und leisteten auf diese Weise einen ganz gezielten Wissenstransfer.
Ziel der Förderung war es, funktionierende Netzwerke zu etablieren. Sie erhielten in der regionalen Strategie einen zentralen Stellenwert und trugen zur Inwertsetzung der vorhandenen Biomassepotenziale bei. Vorrangig war ein nachhaltiger Ausbau, der auch zu neuen Arbeitsplätzen in der Region führte.
Bereits zwischen Juni 2009 und Juli 2012 förderte das BMEL Netzwerke mit innovativen Konzepten, die die Entwicklungschancen der Bioenergie für sich nutzten. In einem zweistufigen Auswahlverfahren hatte eine Fachjury entschieden, welche 25 von insgesamt 210 Bewerber-Regionen die bis zu 400.000 € Fördermittel erhalten sollten. Innerhalb von drei Jahren hatten die Gewinner-Regionen verschiedenste Maßnahmen mit Hilfe der Förderung umgesetzt.

Ausgangslage
Die Bundesregierung ist bestrebt, den Anteil erneuerbarer Energien an der Energieversorgung Deutschland langfristig deutlich zu erhöhen, dazu wurde im Jahre 2007 durch die Bundesregierung erstmals konkrete Ziele für den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien formuliert. Durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wurde diese Entwicklung mit den Projekten Bioenergie-Regionen von Juni 2009 bis Juli 2015 unterstützt. Deren Ziel war es, durch den Aufbau von Netzwerken und gezielte Öffentlichkeitsarbeit langfristige Strukturen zum Ausbau von Bioenergie zu schaffen und auf diese Weise die notwendigen Investitionen vor Ort zu generieren und so den Ausbau des ländlichen Raums mit Hilfe von Bioenergie voranzutreiben. Der Beitrag zum Klimaschutz und die preisstabile Versorgung mit heimischer Energie waren weitere Ziele der Maßnahme.
Entscheidendes Kriterium war, dass Bioenergie-Erzeugung und -Nutzung nachhaltig erfolgen und die vorhandenen Ressourcen effizient eingesetzt wurden. Gerade für den ländlichen Raum entstanden dadurch Chancen: Arbeitsplätze, klimaschonende und stabile Energieversorgung, mehr Wertschöpfung und somit Zukunftsperspektiven.

Ziele der Förderung
Die Bioenergie-Regionen sollten den Ausbau des Wirtschaftszweiges Bioenergie in Deutschland voranbringen und damit die wirtschaftliche Entwicklung ihrer ländlichen Raumes befördern. Sie sind Vorbilder für einen nachhaltigen Einsatz von Bioenergie und leisten durch die Einbindung der Bevölkerung vor Ort einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft verfolgte mit der Fördermaßnahme diese langfristigen Ziele:

  • Konkrete, mess- und begreifbare Beiträge zur Umsetzung der Energiewende vor Ort
  • Beiträge zur Erreichung der Klimaschutzziele
  • Ausschöpfung des wirtschaftlichen Potenzials der Bioenergie für die ländlichen Räume
  • Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Optimierung von regionalen Stoffströmen und Wirtschaftskreisläufen
  • Effiziente Nutzung von Ressourcen bei der Bioenergiebereitstellung und -nutzung
  • Schaffung von Vorbildregionen für die Kommunikation und Umsetzung dieser Ziele
Bioenergie-Regionen 2009-2015 - Vorreiter der Energiewende im ländlichen Raum
Bioenergie-Regionen 2009-2015 - Vorreiter der Energiewende im ländlichen Raum
Band 33: Netzwerke in Bioenergie-Regionen - Politisch-gesellschaftliche Begleitforschung zum Bundeswettbewerb

Was wurde gefördert?
Im Zentrum des Modellvorhabens standen die Konzepte der ausgewählten Regionen. Auf der Grundlage eines Ausgaben- und Finanzierungsplans konnte jede Region in der Förderphase 2009 - 2012 mit bis zu 400.000 Euro, in der Förderphase 2012 - 2015 mit bis zu 330.000 Euro gefördert werden. In der zweiten Förderphase gab es eine vorgegebene degressive Förderquote. Vorausetzung war, dass ein entsprechender Bedarf nachgewiesen wurde. Die Mittel standen für die Umsetzung der regionalen Strategie zur Verfügung.
Investitionen waren nicht förderfähig.
Gefördert wurden insbesondere Personal-, Reise- und Sachausgaben, die unmittelbar im Rahmen des Projektes verursacht wurden für:

  • Die Einrichtung von Netzwerkbüros oder Regionalmanagements
  • Maßnahmen zum Aufbau von Netzwerk- und Kooperationsstrukturen
  • Maßnahmen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit
  • Maßnahmen zur Beteiligung von Akteuren und zur Stärkung des Ehrenamtes (z. B. Veranstaltungen, Workshops, moderierte Treffen)
  • Maßnahmen zur Kooperation mit anderen Projekten, Regionen, Netzwerken, Hochschulen etc.
  • Maßnahmen zur Weitergabe von Wissen (Know-How Transfer) und zur Qualifizierung der Akteure
  • Studien, Konzepte, Evaluierungen

Die Fördermittel wurden im Rahmen eines formellen Antragsverfahrens im Rahmen des Förderprogramms Nachwachsende Rohstoffe beantragt. Antragsteller konnten Kommunen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Unternehmen aber auch Vereine sein.
Die Geschäftsstelle bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) unterstützte die Regionen während des gesamten Prozesses. Von der Geschäftsstelle wurden Kongresse und Workshops zum überregionalen Erfahrungsaustausch sowie die übergeordnete Öffentlichkeitsarbeit organisiert.

Wissenschaftliche Begleitforschung
Die Entwicklung der Bioenergie-Regionen wurde wissenschaftlich begleitet: Der Betrachtungsraum reicht von der Umsetzung der Regionalentwicklungskonzepte über die Auswertung und Aufbereitung relevanter Erfahrungen im Bereich Bioenergie bis hin zur Analyse des Förderinstruments an sich.  
Um die vielschichtigen regionalen Prozesse weitreichend zu erfassen, wurden mehrere Untersuchungen zu verschiedenen Themenbereichen durchgeführt. Im politisch-gesellschaftlichen Teil ging es z.B. um die Analyse der regionalen Netzwerke, die Organisation des Wissenstransfers vor Ort oder Erfolgsfaktoren für mehr regionale Wertschöpfung. Von einer anderen Arbeitsgruppe wurden technisch-ökonomische Aspekte untersucht. Hier standen vor allem die Entwicklung der Bioenergiesituation in den einzelnen Regionen, die Erfassung der regionalen Bioenergiepotenziale oder Maßnahmen für eine effiziente Rohstoffnutzung im Fokus. In einem dritten Projekt wurden in drei Regionen beispielhaft Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte - wesentliche Argumente für die Bioenergienutzung -  detailliert betrachtet.
Die Ergebnisse und Erfahrungen der wissenschaftlichen Begleitforschung aus der ersten Förderphase 2009 - 2012 sind in dem Ratgeber "Bioenergie in Regionen" praxisorientiert aufbereitet und sollen anderen Regionen als Motivation und Hilfestellung dienen. Weitere Ergebnisse der ersten Förderphase bot der Abschlusskongress der Förderphase 2009 - 2012 am 28.-29. November 2012. Zwischenergebnisse in Form von Vorträgen sind hier zu finden. Die aktuelle Abschlussbroschüre: Bioenergie-Regionen 2009-2015 - Vorreiter der Energiewende im ländlichen Raum finden Sie hier. Die Abschlussbroschüre „Bioenergie-Regionen 2009-2015 - Vorreiter der Energiewende“ im ländlichen Raum stellt die Ergebnisse / Effekte der Bioenergie-Regionen bis zum Sommer 2014 dar. Die Betrachtung erfolgt anhand der Schwerpunktthemen - Wertschöpfung, Effizienz der Stoffströme, Wissenstransfer und Verstetigung.

Für die wissenschaftliche Begleitforschung waren folgende Institutionen zuständig:
Untersuchung der politisch-gesellschaftlichen Entwicklungs- und Steuerungsprozesse, Regionalentwicklung
Durchführung durch die Projektgemeinschaft:
nova-Institut GmbH
www.nova-institut.de
Projektverantwortlich: Dirk Schubert
SPRINT GbR
www.sprintconsult.de
Projektverantwortlich: Dr. Sebastian Elbe
 
Untersuchung der technisch-ökonomischen Aspekte
Deutsches BiomasseForschungsZentrum (DBFZ)
www.dbfz.de
Projektteam: Dr. Daniela Thrän, Sebastian Bohnet und Falko Haak
 
Ermittlung der Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte in drei ausgewählten Bioenergie-Regionen
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH (IÖW)
www.ioew.de
Projektteam: Dr. Astrid Aretz, Katharina Heinbach, Johannes Rupp
 
Nur in der erste Förderphase 2009 - 2012:
Entwicklung von Bioenergie-Regionen vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung

Durchführung durch die Projektgemeinschaft:
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung
www.berlin-institut.org
Projektverantwortlich: Jochen Corthier
Institut für Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung – INW
Projektverantwortlich: Jan Schlaffke

 

 

Band 33: Netzwerke in Bioenergie-Regionen - Politisch-gesellschaftliche Begleitforschung zum Bundeswettbewerb
Band 33: Netzwerke in Bioenergie-Regionen - Politisch-gesellschaftliche Begleitforschung zum Bundeswettbewerb
Bauer Hubert