Bioenergie Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Nutzung Bioenergie

Nutzung Bioenergie

Bioenergie – der vielseitige erneuerbare Energieträger

Die Rohstoffbasis für Bioenergie ist vielfältig, auch die daraus gewonnenen Energieträger, die Umwandlungsverfahren und die Formen der Endenergie bieten eine breite Varianz: Biomasse steht in fester, flüssiger und gasförmiger Form zur Wärmeerzeugung, zur Stromgewinnung und zur Herstellung von Biokraftstoffen zur Verfügung. Mit den verschiedensten Technologien und Verfahren und in den unterschiedlichsten Leistungsklassen kann aus Biomasse Energie gewonnen werden. Bioenergie in Form von Wärme liefern z. B. Kaminöfen und Pelletheizungen in privaten Haushalten. Biogene Wärme erzeugen auch die mit Waldrestholz-Hackschnitzeln befeuerten Dampferzeuger in Industrie und Gewerbe und Biogasanlagen oder Holzheizwerke zur Nahwärmeversorgung in Dörfern und Städten.

Bioenergie entsteht durch Stromerzeugung aus Altholz und Industrierestholz in Biomasse-Kraftwerken und durch Mitverbrennung von Biomassepellets in Kohlekraftwerken. Bioenergie ist Biogas aus landwirtschaftlichen Biogasanlagen, das je nach Aufbereitung und Konversionsverfahren – an der Anlage oder über das Erdgasnetz verteilt – vielseitig zur Wärme- und Strombereitstellung oder als Kraftstoff genutzt wird. Auch das auf landwirtschaftlichen Betrieben gepresste und in Traktoren als Kraftstoff genutzte Rapsöl ist Bioenergie, ebenso wie Biodiesel und Bioethanol, die von der Mineralölwirtschaft den Diesel- und Ottokraftstoffen anteilig beigemischt werden. Und nicht zuletzt wird auch die aus Bioabfall, Klärgas und Deponiegas erzeugte Energie der Bioenergie zugerechnet.

Die Bedeutung der Bioenergie unter den erneuerbaren Energien / Endenergie

Mit über 61 Prozent leistet Biomasse den größten Beitrag zur Endenergie aus regenerativen Quellen. Vor allem zum Heizen wird sie genutzt. 87 Prozent der regenerativen Wärme kommt aus Biomasse, vor allem Holz. Während bei der Stromerzeugung die Windkraft dominiert, ist die Biomasse im Kraftstoffsektor derzeit die einzige regenerative Quelle.

THG-Vermeidung durch die Nutzung erneuerbarer Energien

Bioenergie leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Denn Biomasse gibt bei der Nutzung nur die Menge Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre wieder ab, die die Pflanzen aus der Atmosphäre entnommen haben, um wachsen zu können. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien konnten die CO2-Emissionen 2015 um ca. 167,5 Mio. t reduziert werden, davon allein rund 65,9 Mio. t (39,3 %) durch die Nutzung von Biomasse.

Entwicklung erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung

Für die Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien ist Biomasse mit Abstand der wichtigste erneuerbare Energieträger. Der Bioenergieanteil an der erneuerbaren Wärme liegt in 2015 bei 88 %. Er beinhaltet die Wärmebereitstellung aus Festbrennstoffen (z.B. Holz), flüssigen Energieträgern (z.B. Pflanzenöl), gasförmigen Brennstoffen (z.B. Biogas aus Gülle und Energiepflanzen sowie Klär- und Deponiegas) und dem biogenen Anteil des Abfalls.

Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien

32,6 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs stammten 2015 aus erneuerbaren Quellen. Wenngleich der größte Anteil von Windkraftanlagen geliefert wird, ist auch der Beitrag der Bioenergie nicht zu vernachlässigen. Mit 50,0 Mrd. kWh stellte sie 2015 rund 25,5 Prozent des erneuerbaren Stroms.

Biokraftstoffverbrauch in Deutschland

In 2013 wurden in Deutschland 3,4 Mio. t Biokraftstoffe abgesetzt. Biodiesel ist mit 1,8 Mio. t bzw. 55 % der wichtigste Biokraftstoff in Deutschland, gefolgt von Bioethanol mit 1,2 Mio. t (27 %) und Kraftstoff aus hydrierten Pflanzenölen mit 440.000 t (16 %).

Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
Bauer Hubert