Bioenergie Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Nutzung Bioenergie

Bioenergie – der vielseitige erneuerbare Energieträger

Die Rohstoffbasis für Bioenergie ist vielfältig, auch die daraus gewonnenen Energieträger, die Umwandlungsverfahren und die Formen der Endenergie bieten eine breite Varianz: Biomasse steht in fester, flüssiger und gasförmiger Form zur Wärmeerzeugung, zur Stromgewinnung und zur Herstellung von Biokraftstoffen zur Verfügung. Mit den verschiedensten Technologien und Verfahren und in den unterschiedlichsten Leistungsklassen kann aus Biomasse Energie gewonnen werden. Bioenergie in Form von Wärme liefern z. B. Kaminöfen und Pelletheizungen in privaten Haushalten. Biogene Wärme erzeugen auch die mit Waldrestholz-Hackschnitzeln befeuerten Dampferzeuger in Industrie und Gewerbe und Biogasanlagen oder Holzheizwerke zur Nahwärmeversorgung in Dörfern und Städten.

Bioenergie entsteht durch Stromerzeugung aus Altholz und Industrierestholz in Biomasse-Kraftwerken und durch Mitverbrennung von Biomassepellets in Kohlekraftwerken. Bioenergie ist Biogas aus landwirtschaftlichen Biogasanlagen, das je nach Aufbereitung und Konversionsverfahren – an der Anlage oder über das Erdgasnetz verteilt – vielseitig zur Wärme- und Strombereitstellung oder als Kraftstoff genutzt wird. Auch das auf landwirtschaftlichen Betrieben gepresste und in Traktoren als Kraftstoff genutzte Rapsöl ist Bioenergie, ebenso wie Biodiesel und Bioethanol, die von der Mineralölwirtschaft den Diesel- und Ottokraftstoffen anteilig beigemischt werden. Und nicht zuletzt wird auch die aus Bioabfall, Klärgas und Deponiegas erzeugte Energie der Bioenergie zugerechnet.

THG-Vermeidung durch die Nutzung erneuerbarer Energien

Bioenergie leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Biomasse gibt bei der Nutzung nur etwa die Menge Kohlendioxid (CO2) wieder in die Atmosphäre ab, die die Pflanzen zuvor beim Wachstum aufgenommen haben. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien konnten die CO2-Emissionen 2018 um 183,7 Mio. t reduziert werden, davon allein rund 64,3 Mio. t durch die Nutzung von Biomasse.

Entwicklung erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung

Für die Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien ist Biomasse mit Abstand der wichtigste erneuerbare Energieträger. Der Bioenergieanteil an der erneuerbaren Wärme liegt bei über 86 %. Er beinhaltet die Wärmebereitstellung aus Festbrennstoffen (z. B. Holz), flüssigen (z. B. Pflanzenöl) und gasförmigen Brennstoffen (z. B. Biogas aus Gülle und Energiepflanzen sowie Klär- und Deponiegas). Auch die Energieerzeugung aus dem biogenen Anteil des Abfalls ist hierbei einbezogen.

Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien

Aus erneuerbaren Energiequellen stammten 2018 37,8 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs. Wenngleich mittlerweile der größte Anteil erneuerbarer Stromerzeugung von Windkraftanlagen geliefert wird, so ist auch der Beitrag der Bioenergie sehr erheblich. Strom aus Biomasse steht auch zur Verfügung, wenn Wind und Sonne keinen Strom liefern. Mit 51,3 Mrd. kWh lieferte Biomasse 2018 22,7 Prozent des erneuerbaren Stroms.

Biokraftstoffverbrauch in Deutschland

In 2018 wurden in Deutschland 56 Mio. Tonnen Kraftstoff verbraucht. Neben Dieselkraftstoff mit 63% und Ottokraftstoff mit 31% lag der Anteil biogener Kraftstoffe bei 5 Prozent - bezogen auf den Energiegehalt. Biodiesel bleibt mit ca. 2,3 Mio. Tonnen der wichtigste Biokraftstoff in Deutschland. Er wird über die Beimischung zu normalem Diesel genutzt. Etwas 1,2 Mio. t Bioethanol werden in Deutschland abgesetzt. Dies erfolgt über die Beimischung zu Ottokraftstoffen. Biomethan kann Erdgas als Kraftstoff ersetzen. Mit 400 GWh ist der Absatz aktuell noch auf einem niedrigen Niveau.  

Kraftstoffabsatz in Deutschland mit 56 Mio. Tonnen weiter auf hohem Niveau. Etwa 5% (3,5 Mio.t) davon entfallen auf Biokraftstoffe.
Wettbewerb Bioenergie-Kommunen 2019
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
Bauer Hubert
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