Bioenergie Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Bioenergie für den Klimaschutz

Kosteneffiziente CO2-Minderung

Die Auswirkungen des Klimawandels sind inzwischen in vielen Regionen der Erde spürbar. Das auf der Pariser Klimaschutzkonferenz beschlossene weltweite Klimaschutzübereinkommen sieht vor, die globale Erderwärmung möglichst auf 1,5 °C zu begrenzen. Seine Umsetzung erfordert nationale, europäische und globale Anstrengungen, um einem gefährlichen Klimawandel entgegenzuwirken. 
Maßgebliche, menschengemachte Ursache des Klimawandels ist der Ausstoß von CO2 und anderen klimawirksamen Gasen. Vor allem die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas für Wärme- und Stromerzeugung sowie Mobilität führt zum Anstieg des Gehalts an CO2 und anderen sogenannten Treibhausgasen. 
Die Nutzung von Biomasse bzw. Bioenergie ist für den Klimaschutz von enormer Bedeutung. Mit jährlichen Einsparungen in Höhe von über 64 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten leistet die Bioenergie 1/3 der Treibhausgaseinsparung durch Nutzung aller erneuerbarer Energien. In den Bereichen Mobilität/Kraftstoffe und Wärme-/Kälteversorgung ist Bioenergie die erneuerbare Quelle, die bisher ganz überwiegend zur Minderung von Treibhausgasemissionen beiträgt. Auch bei der Stromversorgung leistet Bioenergie einen ganz erheblichen Klimaschutzbeitrag.
Bioenergie ermöglicht sowohl kurzfristig umsetzbare als auch besonders kosteneffiziente Maßnahmen zur der CO2-Minderung. 

Reduktion von Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien
Durch die Nutzung erneuerbarer Energien konnten die CO2-Emissionen 2018 um 184 Mio. t reduziert werden, davon allein rund 64 Mio. t durch die Nutzung von Biomasse.

In Deutschland entfällt knapp die Hälfte des Endenergiebedarfs und auch der CO2-Emissionen auf den Wärmesektor. Hierfür kommen bisher vorwiegend fossile Brennstoffe zum Einsatz. Der Anteil erneuerbarer Wärme beträgt ca. 14 % und stammt ganz überwiegend aus Biomasse (Holzheizungen, Abwärme aus Biogas-Blockheizkraftwerken etc.). Wärme aus Biomasse zeichnet sich durch besonders hohe CO2-Minderung und niedrige CO2-Minderungskosten aus. Unter Klimaschutz-Gesichtspunkten ist eine Wärmeversorgung mit effizienten Biomasseanlagen, wie z. B. Pelletheizungen, Scheitholvergaserkesseln und Hackschnitzelheizungen, daher wesentlich vorzüglicher als eine Wärmeversorgung mittels Wärmepumpen oder Heizungen für fossile Brennstoffe.

Mit einer Energieträgerumstellung von Gas- oder Ölheizung auf eine Holzheizung oder eine Holz-Solar-Kombination kann so ein wichtiger Klimaschutzbeitrag geleistet werden.

Effiziente Wärme aus Biomasse zeichnet sich durch besonders hohe CO2-Minderung und niedrige CO2-Minderungskosten aus.

Treibhausgasminderung bei Energieträgerumstellung von Ölheizung auf Pelletheizung

Heizung ÖlbrennwertheizungPelletheizung
Brennstoff HeizölHolzpellets
CO2-äquiv. Emissionen pro m² und Jahr40,57 kg/m²*a3,64 kg/m²*a
CO2-äquiv. Emissionen pro Jahr8,11 t0,73 t
CO2-äquiv. Emissionen in 20 Jahren162 t15 t

(Heizungsumstellung eines Bestandsgebäudes mit einem Brennstoffverbrauch von 3.000 Liter Heizöl pro Jahr auf Ölbrennwertheizung bzw. Pelletheizung - Quelle: Wärmekompass) 

Im oben genannten Beispiel-Haushalt können mit der Energieträgerumstellung auf Holzpellets gegenüber einer Ölbrennwertheizung jährlich über 7 Tonnen CO2 eingespart werden, in 20 Jahren ergibt sich Vorteil von 147 Tonnen.

Welche CO2-Minderung bei Ihrem Haus zu welchen Kosten möglich ist, können Sie mit dem Wärmekompass der Agentur für Erneuerbare Energien e. V. schnell und einfach berechnen. 

Auch mit dem UBA-CO2-Rechner bekommen Sie einen guten Überblick, wie Heizen und Stromverbrauch, Mobilität, Ernährung und sonstiges Konsumverhalten Ihre persönliche CO2-Bilanz beeinflussen. Mit einfachen Maßnahmen, zum Beispiel einer Energieträgerumstellung von Gas oder Heizöl auf Holz bei einem Heizungstausch, lassen sich mehrere Tonnen CO2-Emission im Jahr einsparen.

Mit dem Wärmekompass können Sie in wenigen Schritten die Vollkosten, Jahreskosten und die CO2-Emissionen einzelner Heizsysteme für Ihr Gebäude berechnen, um eine passende klimafreundliche Alternative zu finden.

Hintergrund

Die Treibhausgasemissionen in Deutschland werden mit ca. 866 Millionen Tonnen im Jahr 2018 ausgewiesen. Dies entspricht einer Menge an Treibhausgas von durchschnittlich rd. 11 Tonnen je Einwohner und Jahr. Diese Treibhausgas-Abfallmenge ist etwa 25mal so groß wie die durchschnittlich anfallende Menge Haushaltsabfall (462 kg je Einwohner und Jahr, Quelle: https://www.destatis.de). Man stelle sich vor, die Menge an Treibhausgasemission, die durch Heizung und Wärmwasserbereitung, Stromverbrauch etc. entsteht, in Abfalltonnen an die Straße stellen zu müssen! Im internationalen bzw. im europäischen Vergleich steht Deutschland mit überdurchschnittlichen hohen Werten für Treibhausgasemission (und Haushaltsabfall) da - für Klima- und Umweltschutz ist eine Verringerung dringend geboten.

Zur Umsetzung des internationalen Klimaschutzübereinkommens hat Deutschland einen Klimaschutzplan 2050 verabschiedet, ein Bundes-Klimaschutzgesetz ist in Vorbereitung. Das Bundes-Klimaschutzgesetz soll die nationalen Klimaschutzziele und Klimaschutzmaßnahmen für den Zeitraum bis 2030 verbindlich regeln.

Treibhausgas-Emissionsminderungsziele in Deutschland

bis zum JahrMinderung gegenüber 1990
202040 Prozent
203055 Prozent
204070 Prozent
205095 Prozent

Die für 2020 gesetzten Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemission um 40% gegenüber 1990 wird Deutschland mit einer Minderung von voraussichtlich unter 35 % deutlich verfehlen. Insbesondere in den Bereichen Wärmebereitstellung und Mobilität wurden in den zurückliegenden Jahren keine ausreichenden Fortschritte bei der Nutzung erneuerbarer Energien und bei der CO2-Minderung durch Effizienzmaßnahmen erreicht. Für eine Erreichung des Minderungsziels von 55 % bis 2030 sind ambitionierte Maßnahmen erforderlich. Neben einer Treibhausgasminderung in ausgewählten Industriesektoren im Zuge von Handel und Verknappung von Emissionszertifikaten und der Förderung von Elektromobilität und Effizienzmaßnahmen und erneuerbarer Wärmeversorgung im Gebäudesektor werden aktuell weitergehende Klimaschutzinstrumente, wie zum Beispiel eine CO2-Steuer auf fossile Brenn- und Kraftstoffe, diskutiert. 

Wettbewerb Bioenergie-Kommunen 2019
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
Bauer Hubert
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