Bioenergie Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Strom- und Wärmeerzeugung aus Biomasse außerhalb des EEG

 

Hintergrund

Für den von ihnen produzierten erneuerbaren Strom erhalten die Betreiber von Biogasanlagen und Holzheizkraftwerken eine gesetzlich garantierte, für einen Zeitraum von 20 Jahren festgeschriebene Vergütung. In den kommenden Jahren, insbesondere aber ab 2025 endet für viele dieser Anlagen der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelte Vergütungszeitraum. Gleichzeitig fällt der Neubau von Biomasseanlagen zur Stromerzeugung deutlich geringer aus: Dazu tragen vor allem der Ausbaudeckel von jährlich 100 MWel zugebauter elektrischer Leistung und die starken Kürzungen für die Stromvergütung bei. Das lässt erwarten, dass der Zubau neuer Biogas- bzw. Biomasseanlagen die Leistung und Stromerzeugung von aus dem EEG ausscheidenden Bestandsanlagen künftig nicht kompensieren kann.
Für die Bereitstellung von Systemdienstleistungen in Strom- bzw. Energieverteilnetzen, die Erhaltung von Arbeitsplätzen und Wertschöpfungsketten durch Bioenergie in ländlichen Regionen und des Klimaschutzbeitrags der Bioenergienutzung gilt es daher, Lösungen zu entwickeln, wie EEG-Bestandsanlagen modernisiert und weiterhin wirtschaftlich erfolgreich betrieben werden können.
Aus technischer Sicht könnten viele Anlagen weiter betrieben werden, dafür braucht es aber neue, tragfähige Konzepte. Für Marktkonzepte und sonstige Anschlussregelungen nach Ende des EEG-Vergütungszeitraums hat sich der Begriff „Post-EEG“ etabliert.
Im Ergebnis der Kurzstudie "Post-EEG: Entwicklung der Biomasseverstromung bei Fortschreibung der aktuellen EEG-Vergütung“ hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit dem Förderaufruf „Strom aus Biomasse in künftigen Bioenergiesystemen“ Unternehmen und Forschungseinrichtungen aufgefordert, Projektvorschläge einzureichen, und inzwischen eine Förderung für mehrere Verbundforschungsprojekte bewilligt.

 
 

 

BE20plus: Bioenergie – Potentiale, Langfristperspektiven und Strategien für Anlagen zur Stromerzeugung nach 2020

Ein Wissenschaftlerteam unter Koordination des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) evaluiert, welche Geschäftsmodelle für Bioenergie-Bestandsanlagen über den Zeitraum der EEG-Förderung hinaus in Frage kommen, um einen Weiterbetrieb von Anlagen zur Stromerzeugung aus Biomasse, eventuell auch mit geänderter betrieblicher Ausrichtung, zu ermöglichen. Die Untersuchungen umfassen die Teilnahme an Ausschreibungen nach dem EEG 2017 ebenso wie einen Weiterbetrieb von Anlagen auch ohne eine EEG-Förderung. Die Forscherinnen und Forscher führen energiewirtschaftliche, technische und ökonomische Analysen durch und entwickeln auf dieser Basis Geschäftsmodelle. Mittels Modellierungen stellen sie die Auswirkungen auf den Anlagenbestand, auf die Strom- und Wärmeversorgung, auf die Land- und Forstwirtschaft sowie die Umweltwirkungen dar. Die Ergebnisse sollen Anlagenbetreibern und verbundenen Industrie- und Dienstleistungspartnern betriebliche Perspektiven aufzeigen.

Laufzeit: 01.11.2017 bis 31.10.2019

Koordinator des Verbundforschungsvorhabens:

DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH
Torgauer Str. 116
04347 Leipzig

Ansprechpartner/Projektleiter:

Martin Dotzauer
Tel: +49 341 2434-385
E-Mail: martin.dotzauer(bei)dbfz.de

Teilprojekte im Verbundvorhaben  Bioenergie – Potentiale, Langfristperspektiven und Strategien für Anlagen zur Stromerzeugung nach 2020

 

 

ProBiogas: BIOGAS PROGRESSIV – zukunftsweisende Strategien für landwirtschaftliche Biogasanlagen

Im Projekt ProBiogas erarbeiten das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL), die Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie an der Universität Hohenheim und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen gemeinsam praxistaugliche und zukunftsweisende Geschäftsmodelle für Biogasanlagen. Dazu evaluieren die Projektmitarbeiter systematisch verschiedene Optimierungsmaßnahmen, die bereits heute zum Einsatz kommen, hinsichtlich ihrer ökonomischen Effekte. Anlagenbetreiber und Berater werden in die Lage versetzt, anhand detaillierter Informationen zu den technischen Möglichkeiten und deren ökonomischen und ökologischen Konsequenzen passende Konzepte für Biogasanlagen zu identifizieren und weiterzuentwickeln. Ziel ist es, das „System Biogas“ so zu ertüchtigen, dass es weiterhin einen relevanten Beitrag zur hiesigen Energiebereitstellung, aber auch Systemdienstleistungen außerhalb der Energiebereitstellung, z.B. für die Landwirtschaft, erbringen kann.

Projektlaufzeit: 01.12.2017 bis 30.11.2020

Koordinator des Verbundforschungsvorhabens:

Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL)
64289 Darmstadt
Bartningstr. 49

Ansprechpartner/Projektleiter:

Mark Paterson
Telefon: 06151/7001-234
E-Mail: m.paterson(bei)ktbl.de

Teilprojekte im Verbundvorhaben  BIOGAS PROGRESSIV – zukunftsweisende Strategien für landwirtschaftliche Biogasanlagen (ProBiogas):

 

 

Biogas Autark: Biogasbestandsanlagen nach der EEG-Phase – Geschäftsmodelle einer energetischen Eigenversorgung landwirtschaftlicher Betriebe mittels ihrer Biogasanlagen

Lohnt es sich für Landwirtschaftsbetriebe mit Milchvieh oder Schweinehaltung, eine Biogasanlage zur Selbstversorgung mit Strom, Wärme, Kälte und Kraftstoffen weiter zu betreiben? Und können Biogasanlagen, die ein Nahwärmenetz versorgen, dieses auch ohne EEG-Förderung weiter wirtschaftlich betreiben? Das wollen Wissenschaftler des Instituts für ZukunftsEnergie und StoffstromSysteme (IZES) und der Universität Hohenheim untersuchen. Dazu analysieren sie umfangreiche energie- und landwirtschaftliche Datensätze, rechnen Szenarien durch und untersuchen die Umsetzung von Eigenversorgungskonzepten in beispielhaften Praxisbetrieben.

Laufzeit: 01.10.2017 bis 30.09.2019

Koordinator des Verbundforschungsvorhabens:

Institut für ZukunftsEnergie und StoffstromSysteme IZES gGmbH
Altenkesseler Str. 17
66115 Saarbrücken

Ansprechpartner/Projektleiter:

Bernhard Wern
Tel: +49 681 844972-74
E-Mail: wern(bei)izes.de

Teilprojekte im Verbundvorhaben Biogasbestandsanlagen nach der EEG-Phase – Geschäftsmodelle einer energetischen Eigenversorgung landwirtschaftlicher Betriebe mittels ihrer Biogasanlagen

 

 

Next Generation [BIOGAS] – einen Schritt weiter gedacht. Regionalspezifische ganzheitliche Analyse von Folgekonzepten zur Bewertung des Finanzierungsbedarfs erhaltenswerter Bestandsanlagen

Biogasanlagen können - geeignete Konzepte vorausgesetzt – mehr als „nur“ Energie produzieren:  Sie stabilisieren das Stromnetz, verringern Nährstoffeinträge in Gewässer und Methanemissionen in die Umwelt, erhöhen die Biodiversität, schließen Nährstoffkreisläufe und schaffen Wertschöpfung und Arbeitsplätze im ländlichen Raum.

Mitarbeiter der Universitäten Stuttgart und Lüneburg und der Hochschule Nordhausen wollen Anlagenkonzepte, die gezielt auf diese positiven Effekte setzen, als Post-EEG-Optionen entwickeln und bewerten. Die Forscher ermitteln den jeweiligen Förderbedarf, erarbeiten mögliche Finanzierungsmodelle und stellen ein System an Gütekriterien für besonders erhaltungswürdige Anlagen bereit. Anhand realer Biogasanlagen in drei Regionen überprüfen sie zudem die Umsetzbarkeit in die Praxis. 

Laufzeit: 01.11.2017 bis 31.12.2019

Koordinator des Verbundforschungsvorhabens:

Universität Stuttgart - Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung
Hessbrühlstr. 49 a
70565 Stuttgart

Ansprechpartner/Projektleiter:

Dr. Ludger Eltrop
Tel: +49 711 685-87816
E-Mail: ludger.eltrop(bei)ier.uni-stuttgart.de

Teilprojekte im Verbundvorhaben Next Generation [BIOGAS] - einen Schritt weiter gedacht. Regionalspezifische ganzheitliche Analyse von Folgekonzepten zur Bewertung des Finanzierungsbedarfs erhaltenswerter Bestandsanlagen:

 

 

SmartBio: Biogasanlagen als Akteur am Smart Market – Zusätzliches Erlöspotenzial heben

Strom aus Biogasanlagen hat vergleichsweise hohe Gestehungskosten, aber auch besondere Fähigkeiten bei der Stabilisierung der Energieversorgung. Die Technische Hochschule Ingolstadt will quantifizieren, welches zusätzliche Einkommen sich mit dieser Fähigkeit in einem „Smart Market“, also in einem temporär und lokal agierenden Markt für flexible zu- und abschaltbare Strommarktteilnehmer, erlösen lässt. Damit könnte sich die zukünftige Erlöslücke nach dem EEG, wenn auch vielleicht nicht schließen, so doch verringern. Womöglich sind Biogasanlagen in der Lage, auf Verteilnetzebene Aufgaben von zukünftig stillgelegten fossilen Kraftwerken zu übernehmen, die für die Versorgungssicherheit wichtig sind. So können sie in einem solchen „Smart Market“ u. a. die bislang bei drohenden Netzengpässen übliche Abregelung von Windkraft- und Photovoltaikanlagen (und z.T. auch Biogasanlagen selbst) verhindern, indem sie durch die zusätzlichen Preissignale des „Smart Markets“ Anreize erhalten, ihre Stromerzeugung zeitlich - beeinflusst vom Netzengpass - zu verlagern. Ob dieses in der Praxis tatsächlich zur Netzentlastung beiträgt, bewerten die Stadtwerke Rosenheim auf Grundlage der jetzigen und zukünftigen Netztopologie für ihr Netzgebiert Rosenheim. Unter der Vorrausetzung neuer Technologien (z.B. Blockchain) wollen sie prüfen, inwieweit ein SmartMarket für ihren Anlagenpool eine neue Vermarktungsmöglichkeit bietet.

Laufzeit: 01.02.2018 bis 31.07.2020

Koordinator des Verbundforschungsvorhabens:

Technische Hochschule Ingolstadt - Zentrum für Angewandte Forschung (ZAF)
Esplanade 10
85049 Ingolstadt

Ansprechpartner/Projektleiter:

Prof. Dr.-Ing. Uwe Holzhammer
Tel: +49 841 9348-5025
E-Mail: uwe.holzhammer(bei)thi.de

Teilprojekte im Verbundvorhaben Biogasanlagen als Akteur am Smart Market – Zusätzliches Erlöspotenzial heben:

 

 

REzAB: Repoweringmaßnahmen hinsichtlich zukünftiger Aufgaben von Biogasanlagen

Ein Team der Technischen Hochschule Ingolstadt, der Fachhochschule Münster und von C.A.R.M.E.N. e. V. will herausfinden, welchen Repoweringbedarf Biogasanlagen haben, die nach dem Ende ihrer EEG-Laufzeit an Ausschreibungen teilnehmen wollen. Dazu analysieren die Mitarbeiter den baulichen Zustand und das technische Optimierungspotenzial von 14 Praxisanlagen, die für typische Biogasanlagen in Deutschland repräsentativ sind. Die Praxisanlagen wurden bereits 2010 technisch und ökonomisch bewertet und durch Repoweringmaßnahmen optimiert. Im aktuellen Projekt soll ermittelt und bewertet werden, welche Maßnahmen notwendig sind, damit die Anlagen mindestens weitere zehn Jahre wirtschaftlich Strom produzieren können. Darauf aufbauend werden Konzepte für Repoweringmaßnahmen entwickelt. Ziel des Projekts ist die Erstellung eines Leitfadens für Bestandsbiogasanlagen zum wirtschaftlichen Weiterbetrieb nach dem Ende des EEG-Vergütungszeitraumes. Der Leitfaden soll Betreibern von Biogas-BHKW-Anlagen insbesondere Hinweise und Empfehlungen für eine mögliche Teilnahme an Ausschreibungen geben.

Laufzeit: 01.01.2018 bis 31.12.2019

Koordinator des Verbundforschungsvorhabens:

Technische Hochschule Ingolstadt - Zentrum für Angewandte Forschung (ZAF)
Esplanade 10
85049 Ingolstadt

Ansprechpartner/Projektleiter:

Prof. Dr.-Ing. Wilfried Zörner
Tel: +49 841 9348-2270
E-Mail: wilfried.zoerner(bei)thi.de

Teilprojekte im Verbundvorhaben Repoweringmaßnahmen hinsichtlich zukünftiger Aufgaben von Biogasanlagen:

 
Kurzstudie Post-EEG
 
Energie- und Klimafonds

FÖRDERSCHWERPUNKTE
IM ENERGIE- UND KLIMAFONDS

 
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
 
Bauer Hubert
 
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