Bioenergie Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Klimaschutz und nachwachsende Rohstoffe

Klimaschutz ist für den Erhalt der Lebensräume von Mensch und Tier von existenzieller Bedeutung. In diesem Zuge wird die Einsparung von Treibhausgasen (THG) zur zentralen Herausforderung nationaler und internationaler Klimapolitik. Ein Großteil der THG-Emissionen entfällt heute auf die Erzeugung und Nutzung von Energie.  Bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehen große Mengen Kohlendioxid (CO2), das den so genannten Treibhauseffekt mit verursacht. CO2 ist eines der relevantesten klimawirksamen Gase, das zum weltweiten Anstieg der Durchschnittstemperaturen (0,8 Grad seit Beginn des 20. Jahrhunderts) beiträgt. Klimawissenschaftler rechnen mit einem weiteren Anstieg bis Ende dieses Jahrhunderts um 2 bis 6 °C. Um die gesteckten Klimaziele zu erreichen, muss die Energieversorgung auf effizientere Technologien ausgerichtet und auf erneuerbare Quellen umgestellt werden.

Im Gegensatz zu fossilen Ressourcen setzen Energieträger aus Biomasse bei ihrer Verbrennung nur die Menge an CO2 frei, die der Atmosphäre zuvor während des Pflanzenwachstums entnommen wurden. Damit wird die Nutzung nachwachsender Rohstoffe zu einem wesentlichen Instrument, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Zu berücksichtigen ist jedoch der energetische Aufwand für Anbau und Umwandlung der Biomasse, der heute zum großen Teil noch aus fossilen Quellen gedeckt wird. Ungeachtet dessen emittieren Bioenergieträger in ihrer Gesamtbilanz jedoch weniger CO2 als Öl, Kohle und Erdgas.

Klimaschutz-Ziele:

Mit dem Kyoto-Protokoll haben sich die Industriestaaten 1997 erstmals zu einer Reduktion des Ausstoßes klimaschädlicher Gase verpflichtet.
Im Jahr 2007 hat Deutschland Klimaziele festgelegt, die die THG-Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 um 40 Prozent reduzieren. Mit dem „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ wurden im Dezember 2014 konkrete Maßnahmen zur Zielerreichung verankert.

Auch international werden die Anstrengungen verstärkt. Erstmals ist es im Dezember 2015 in Paris gelungen, die komplette Staatengemeinschaft auf nationale Klimaschutzbeiträge einzuschwören. Mit dem Pariser Abkommen verpflichten sich alle Staaten, Maßnahmen zum Klimaschutz zu entwickeln. Deutschland hat 2016 die Pariser Klimaschutzerklärung unterzeichnet. Mit ihr verpflichtet sich Deutschland, das vereinbarte Weltklimaabkommen mit dem Hauptziel, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen, einzuhalten. 

Emissionsdaten Deutschland 2015: https://www.umweltbundesamt.de/presse/presseinformationen/uba-emissionsdaten-fuer-2015-zeigen-notwendigkeit

Klimaschutz durch Erneuerbare Energien

Der Sektor mit dem größten Anteil an den klimawirksamen Emissionen ist die Energiewirtschaft. Zwar dominieren auch in Deutschland noch immer fossile Energieträger wie Erdöl und Kohle, die Energiewende zeigt aber bereits positive Auswirkungen auf die THG-Bilanz. So konnte Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten seine THG-Emissionen um ca. 20 Prozent reduzieren. Ein erheblicher Anteil geht auf den Einsatz erneuerbarer Energien zurück. Fast die Hälfte dieser Emissionen wurde durch die Erzeugung und Nutzung von Bioenergie vermieden. Und auch 2015 ist Bioenergie für knapp 40 Prozent aller THG-Einsparungen aus erneuerbaren Energien verantwortlich.

Ursächlich für den hohen Bioenergiebeitrag zum Klimaschutz ist vor allem die Vielseitigkeit dieser Energiequelle. Bioenergie ist speicher- und regelbar und kann damit wetterabhängige Quellen wie Wind und Sonne ergänzen. Schließlich ist sie mit Konzepten der Kaskadennutzung ein Baustein der von der Bundesregierung angestrebten Bioökonomie, also einer Wirtschaft, die auch im stofflichen Bereich auf nachwachsende Rohstoffe setzt. Kaskadennutzung bedeutet, dass die Biomasse erst am Produktlebensende energetisch genutzt wird.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Bedeutung der Bioenergie im erneuerbaren Energiemix und mit Blick auf künftig verfügbare einheimischen Biomassepotenziale ist die Umsetzung ambitionierter Klimaschutzmaßnahmen für Deutschland ohne Bioenergie undenkbar. Damit Bioenergie auch weiterhin hohe Beiträge zum Klimaschutz erbringen kann, bedarf es der richtigen politischen Rahmenbedingungen.

Pressemeldung: „Klimaschutz mit erneuerbaren Energien - Bioenergie leistet nach wie vor den größten Beitrag“

Treibhausgas-Einsparung durch Bioenergie 2015

Durch die Nutzung erneuerbarer Energien konnten die CO2-Emissionen in Deutschland 2015 um insgesamt 167,5 Mio. t (CO2 Äquivalent) reduziert werden. Davon entfallen auf die erneuerbare Stromerzeugung 122 Mio. t, auf die Wärmebereitstellung rund 41 Mio. t und auf den Verkehrssektor 5 Mio. t.

Während die Biomasse im Stromsektor zu etwa 20% zur THG-Einsparung beiträgt, basiert die CO2-Minderung im Wärmebereich mit über 90% und im Verkehrssektor fast ausschließlich auf Bioenergie.

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Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
Bauer Hubert