Bioenergie Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Finanzierung

Die genannten Ausführungen sollen einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten zur Finanzierung eines Bioenergieprojektes geben.

Bioenergieprojekte werden analog zu anderen Energiegewinnungsanlagen in der Regel über Eigenmittel und Bankkredite finanziert. Im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit des Projektes kann es jedoch empfehlenswert oder sogar erforderlich sein, zusätzlich weitere Finanzierungsquellen zu erschließen. Voraussetzung einer jeden Vorhabensfinanzierung ist die Projektprüfung im Rahmen einer Machbarkeitsstudie. Aufgabe der Studie ist es unter anderem, potenzielle Kreditgeber und Investoren von der technischen Realisierbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit und Kreditwürdigkeit des Projektes zu überzeugen, um so die Finanzierung des Vorhabens zu ermöglichen.

Um die benötigten Mittel für ein geplantes Projekt bereitzustellen, wird es sich in der Regel um eine je nach Projekt unterschiedliche Kombination dieser Finanzierungsinstrumente handeln. Die Finanzierungsmöglichkeiten sind dabei eng an die Gesellschaftsform gekoppelt. Bei der Erstellung eines Finanzierungsplanes sollte frühzeitig ein Kreditinstitut oder ein qualifizierter Finanzberater eingebunden werden.

Eigenmittel

Generell gilt, dass die Inanspruchnahme staatlicher Finanzierungshilfen oder marktüblicher Bankkredite in der Regel einen Mindestanteil an eigenen Mitteln in Form einer Eigenbeteiligung oder eines eigenkapitalähnlichen Darlehens voraussetzt. Zu den Eigenmitteln zählen neben Barvermögen auch Sacheinlagen in Form betriebsnotwendiger Güter und Finanzmittel. Dem Eigenkapital kommt eine besondere Stellung bei der Finanzierung von Projekten zu, da es einerseits als Finanzierungsmittel für die Vorlaufphase benötigt wird und andererseits eine wesentliche Voraussetzung für eine Kreditvergabe durch die Banken darstellt. Können die benötigten Eigenmittel durch den Projektinitiator nicht oder nur teilweise erbracht werden, so kann bei entsprechendem Investitionsvolumen über eine Fondsgesellschaft das notwendige Eigenkapital bereitgestellt werden. Eine weitere Möglichkeit, das Eigenkapital zu erhöhen, kann durch die Einbeziehung zusätzlicher Anteilseigner und Partner sowie durch die Ausgabe von Aktien gegeben sein.

Beispiele für die Hinzuziehung eines Partners zur Finanzierung aus Eigenmitteln sind die GmbH & Co. KG und die "Atypische Stille Gesellschaft". Bei der GmbH & Co. KG verzichten die Beteiligten auf eine feste Verzinsung des eingesetzten Kapitals und erwarten den Kapitalrückfluss inklusive der Zinsen durch den betriebswirtschaftlichen Erfolg der Anlage. Die Gesellschaft kann bei entsprechender Eigenkapitalquote sowie des zu erwartenden Cash-Flow auch Fremdmittel bei Banken und/oder aus Förderprogrammen in Anspruch nehmen. Als Gesellschafter oder Kommanditist kann auch eine Fondsgesellschaft einbezogen werden.

Die Finanzierungsform "Atypische Stille Gesellschaft" kommt für alle Fälle in Betracht, bei denen eine bereits bestehende Gesellschaft, z. B. mit der Rechtsform einer GmbH, dessen Energieversorgung zur Erneuerung bzw. Erweiterung ansteht, nicht erweitert werden soll. Ein stiller Gesellschafter beteiligt sich an der GmbH mit seiner Einlage, z. B. in der Höhe der Investitionen für die geplante Erneuerung/Neubau der Energieversorgungsanlage. Die stille Einlage gehört zum Haftungskapital des Unternehmens. Der stille Gesellschafter bleibt nur im Innenverhältnis zur GmbH vertraglich eingebunden. Im Außenverhältnis bleibt die "Stille Gesellschaft" unerwähnt.

Der stille Gesellschafter hat grundsätzlich nur Anspruch auf die Rückzahlung seiner Einlage. Bei der Gestaltung als "GmbH & Atypisch Still" ist er aber schuldrechtlich an dem Erfolg/Ertrag des Unternehmens beteiligt. Die "Stille Gesellschaft" endet nach einem verein­barten Zeitraum, der sich im Regelfall an der Nutzungsdauer der Anlage orientiert.

Fremdmittel

Bei den Fremdmitteln kann zwischen den so genannten Bank- und Förderkrediten unterschieden werden.

a. Bankkredite

Die Hausbank ist die erste und entscheidende Station auf dem Weg zur erfolgreichen Finanzierung von Biomassefeuerungsanlagen. Sie bietet kostenlose Beratungsgespräche an, informiert über verschiedene Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten, reicht Anträge auf Zuweisung von Finanzhilfen an die entsprechenden Institutionen (z. B. an die Deutsche Ausgleichsbank) weiter.

Die Bank finanziert eine Anlage in Form von Krediten. Alle Darlehensbedingungen - Betrag, Zinsen und Fristen - sind sowohl von der Bonität des Darlehensnehmers als auch der Wirtschaftlichkeit der Anlage abhängig. Um einen Kredit für eine Biomassefeuerungsanlage zu bekommen, müssen im wesentlichen die folgenden Rahmenbedingungen erfüllt sein.

  • Die Technologie sollte erprobt, zukunftssicher und umweltverträglich sein.
  • Die Brennstoffversorgung und der Anlagenbetrieb sollten gesichert sein.
  • Der Absatz für die erzeugte Energie sollte gewährleistet sein.
  • Die Bonität der Abnehmer muss einwandfrei sein.

Ein fundiertes, technisch und wirtschaftlich überzeugendes Anlagenkonzept, das die oben genannten Anforderungen erfüllt, ist eine gute Ausgangsbasis für ein erfolgreiches Gespräch mit der Hausbank. Das Konzept sollte schlüssig und die Erfolgsaussichten des Vorhabens gut verständlich und klar dargestellt sein. Die folgenden Punkte sollte das Konzept enthalten:

  • Vorstellung des Unternehmens und des geplanten Projektes,
  • Beschreibung der Anlagentechnik und der erforderlichen Einrichtungen,
  • Angabe des Generalunternehmers und dessen Erfahrung,
  • Übersicht über den Anlagenbetrieb und die Betriebskosten,
  • Umsatz- und Ertragsvorschau mit Gewinn- und Verlustrechnung,
  • Überlegungen zur Risikoteilung zwischen den Projektbeteiligten,
  • Erläuterung der Organisation der Brennstoffbeschaffung (eigenes Biomasseaufkommen oder längerfristige Lieferverträge für die benötigten Biobrennstoffe) und Darlegung der Beziehungen zu den Brennstofflieferanten,
  • Abnahmeverträge mit den Kunden, die Wärme und Strom abnehmen, oder Vergleichszahlen aus den Vorjahren zum Eigenbedarf an Energie und zu den Kosten der Energiebereitstellung,
  • Ermittlung der Einnahmen aus der Abgabe von Wärme und Strom,
  • Offenlegung der verfügbaren Eigenmittel, Bürgschaften und Sicherheiten,
  • Darstellung des kurz- und langfristigen Investitions- und Mittelbedarfs,
  • Erläuterung über Art und Umfang von beantragten bzw. beanspruchten Fördermitteln (z. B. nicht rückzahlbare Zuschüsse).

Vorverträge mit möglichst langen Laufzeiten und definierten Preisen zur Sicherung der Biobrennstofflieferung und der Abnahme der erzeugten Produkte Wärme und, Strom sind hilfreich bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit. Sie können dazu beitragen, die Kreditgeber von der technischen und ökonomischen Lebensfähigkeit des Projektes zu überzeugen.

Der Finanzbedarf ergibt sich aus den erforderlichen Mitteln zur Errichtung und zum Betrieb der Anlage inklusive vor- und nachgelagerter Bereiche (z. B. Brennstoffaufarbeitung, Nahwärmenetze). Die Gesamtkosten des Vorhabens sollten in einem Investitionsplan nach Einzelinvestitionen unterteilt (z. B. nach Baugrundstück, Maschinen) aufgelistet werden.

Zur Aufnahme von Krediten ist in der Regel die Stellung ausreichender Sicherheiten notwendig. Die Absicherung der Kredite kann banküblich durch

  • Grundschulden,
  • Sicherungsübereignungen (z. B. von Maschinen),
  • Bürgschaften oder
  • Abnahmegarantien für die erzeugten Energieprodukte Wärme und Strom

erfolgen. Form und Umfang der banküblichen Sicherheiten werden im Rahmen der Kreditverhandlungen zwischen dem Kreditnehmer und der Hausbank vereinbart.

Um auch solchen Unternehmen, die nicht über genügend Sicherheiten verfügen, die Kreditaufnahme zu ermöglichen, wurden als Selbsthilfeeinrichtungen der privaten, mittelständischen, gewerblichen Wirtschaft Bürgschaftsbanken und Kreditgarantiegesellschaften gegründet. Sie übernehmen gegenüber den Hausbanken die Absicherung von Krediten vor allem für Existenzgründer und mittelständische Unternehmen, soweit diese nicht über bankübliche Sicherheiten verfügen, und das Unternehmenskonzept auch hier tragfähig ist. Die Ausfallbürgschaften für kurz-, mittel- und langfristige Kredite können sich auf bis zu 80 % des zu gewährenden Kredites belaufen /ISB 1997/. Den Großteil des Risikos der Bürgschaftsbanken und Kreditgarantiegesellschaften tragen Bund und Länder in Form von Rückbürgschaften.

Bürgschaften für Investitions- und Betriebsmittelkredite vergibt auch die Deutsche Ausgleichsbank. Für die Besicherung von Krediten vor allem zu Investitionszwecken stellen der Bund und die jeweiligen Länder grundsätzlich parallele Bundes-/Landesbürgschaften zur Verfügung, wenn die Förderung des Vorhabens volkswirtschaftlich sinnvoll und das Unternehmenskonzept tragfähig ist /Stein 1998/.

b. Förderkredite

Förderkredite sind zinsverbilligte langfristige Darlehen, die von Institutionen zur Förderung erneuerbarer Energien zur Verfügung gestellt werden. Sie unterscheiden sich von Bankkrediten wie folgt:

  • Die Kreditzinsen liegen unterhalb des Kapitalmarktniveaus.
  • Es handelt sich um Festzinsen mit langen Laufzeiten.
  • Außerplanmäßige Tilgung ist ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung möglich.
  • Die Anlaufjahre sind tilgungsfrei.
  • Förderkredite sind mit weiteren Fördermitteln der Bundesländer und der Europäischen Union im Rahmen der EU-Beihilfegrenzen kumulierbar.
  • Der Finanzierungsanteil und die absoluten Förderbeiträge sind hoch. Bei Vorhaben mit besonderer Förderwürdigkeit können die richtliniengemäßen Höchstbeträge sogar überschritten werden.

Solche Förderkredite werden beispielsweise von den beiden öffentlich-rechtliche Kreditinstitute, der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewährt. Auch sogenannte Ökobanken (z. B. die Gemeinschaftsbank in Bochum, die Ökobank in Frankfurt und die Nürnberger Ökobank) finanzieren in ihren Förderbereichen Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien mit zinsverbilligten Krediten. Projekte in wirtschaftlich schwächeren Regionen der EU, zu denen neben ausgewählten strukturschwachen Gebieten in den alten Bundesländern auch das gesamte Gebiet der neuen Bundesländer gehört, können unter bestimmten Voraussetzungen durch Förderkredite der Europäischen Investitionsbank (EIB) finanziert werden.

Fördermittel

Auf der Ebene der EU, des Bundes und der Länder gibt es zahlreiche Förderprogramme für die Nutzung biogener Festbrennstoffe. Daneben fördern auch Städte, Landkreise, Gemeinden und Energieversorgungsunternehmen (EVU) die Energiegewinnung aus Biomasse.

Die Verfügbarkeit von Fördergeldern für Projekte zur Demonstration, Markteinführung und Anwendung von Techniken zur energetischen Nutzung von Biomasse hängt jeweils von den Haushaltsplänen in Bund und Ländern ab. Nicht selten gibt es auch Mittelkürzungen während eines Jahres oder eine Haushaltssperre, so dass keine Bewilligungen mehr ausgesprochen werden können. Es empfiehlt sich deshalb, jeweils rechtzeitig aktuelle Informationen zu den Fördermöglichkeiten bei den zuständigen Stellen einzuholen.

Einen aktuellen und umfassenden Überblick über öffentliche Förderprogramme und Finanzhilfen für den Einsatz von Bioenergie hat das BIZ hier zusammengestellt.

Die öffentliche oder private Zuwendung von finanziellen Mitteln für Bioenergieprojekte können in die folgenden Fördermöglichkeiten eingruppiert werden:

  • Investitionszuschüsse, 
  • Investitionszulagen, 
  • Sonderabschreibungen.

Investitionszuschüsse sind einmalige direkte finanzielle Mittelzuwendungen, die im Rahmen von Förderprogrammen gewährt werden. Investitionszulagen und Sonderabschreibungen sind über das Steuerrecht wirksam werdende Kapitalflüsse vom Finanzamt an den steuerpflichtigen Investor. Die Investitionszulagen und Sonderabschreibungen sind sachlich, zeitlich und in ihrer Höhe begrenzt.

a. Investitionszuschüsse

Investitionszuschüsse, die im Rahmen von Förderprogrammen gewährt werden, sind im Regelfall nicht rückzahlbar, wenn die damit verbundenen Zuwendungsbedingungen und der Zuwendungszweck eingehalten werden. Sie werden daher auch als eigenkapitalähnliche Mittel betrachtet, da sie dem Projekt dauerhaft zur Verfügung stehen. Investitionszuschüsse können festgelegte Geldbeträge sein, die man für ein Projekt oder für eine installierte Leistung erhält, unabhängig von den Gesamtkosten bzw. den spezifischen Kosten. Investitionszuschüsse können aber auch in (proportionaler) Abhängigkeit von der Höhe der gesamten Investitionskosten gewährt werden. In diesem Fall sind die förderfähigen Investitionskosten die Bemessungsgrundlage. Hierzu gehören die betriebsnotwendigen Investitionen des Antragstellers für Betriebsgrundstücke und -gebäude (einschließlich Baunebenkosten) und die Betriebsausstattung (Anlagen, Maschinen, Geräte, Büroeinrichtung etc.).

Investitionszuschüsse werden gewährt von

  • der EU,
  • dem Bund,
  • den Ländern und
  • den Kommunen.

Darüber hinaus werden Bioenergieprojekte auch von anderen öffentlichen, gemeinnützigen bzw. privaten Institutionen, Einrichtungen und Verbänden, wie z. B. Umweltstiftungen, Energieversorgungsunternehmen, Kirchen, Bildungshäuser und Wohnungsfürsorgen gefördert /Reichert 1997/. In der Regel gewähren diese Stellen nicht rückzahlbare Zuschüsse für Energiegewinnungsanlagen, die mit biogenen Festbrennstoffen befeuert werden.

b. Investitionszulagen

Eine Investitionszulage ist im Gegensatz zum Investitionszuschuss keine direkte finanzielle Förderung, sondern ein über das Steuerrecht wirksamer Kapitalrückfluss. In den Genuss der Zulage kommen Steuerpflichtige, die bestimmte betriebliche Investitionen (Errichtung oder Erweiterung) in einem förderungsbedürftigen Gebiet vorgenommen haben. Gemäß dem Investitionszulagengesetz (InvZulG) von 1993 /Invest 1993/ wurde eine Zulage bei Erfüllung folgender Voraussetzungen gewährt:

  • Steuerpflicht im Sinne des Einkommen- oder Körperschaftssteuergesetzes,
  • Investitionen im Förderungsgebiet (neue Bundesländer),
  • Einhaltung der Antragsfrist (30. September des Kalenderjahres, das auf das Wirtschaftsjahr folgt, in dem die Investitionen abgeschlossen werden).

Neben dem Investitionszulagengesetz gab es noch die Sonderabschreibung nach dem Fördergebietsgesetz. Im Rahmen dieses Gesetzes wurden Investitionen in den neuen Bundesländern durch gewerbliche Unternehmen und Steuerpflichtige im Sinne des Einkommens- und Körperschaftssteuergesetzes gefördert. Mit der Einführung des Investitionszulagengesetzes (InvZulG) und des Fördergebietsgesetzes wurden die steuerrechtlichen Grundlagen zur Erleichterung und Beschleunigung des wirtschaftlichen Anpassungsprozesses in den neuen Ländern geschaffen. Mit dem Jahressteuergesetz 1996 wurden diese Gesetze verlängert, allerdings im Wirkungskreis eingeschränkt.

Das Gesetz zur Fortsetzung der wirtschaftlichen Förderung in den neuen Ländern vom 18.8.1997 vereinheitlicht das bisherige zweispurige Fördersystem /Steuern 1998/. Das seit 1999 geltende neue InvZulG vereinheitlicht die Gestaltung des Förderungssystems durch eine Konzentration auf die Investitionszulagen als Basisinstrument der steuerlichen Förderung.

  • Die bisherigen Sonderabschreibungen nach dem Fördergesetz fallen weg.
  • Produktionsnahe Dienstleistungen und Nutzungsüberlassungen, insbesondere in Form des Leasings, werden in die Investitionszulagenförderung aufgenommen.
  • Die Investitionszulage wird sachlich beschränkt auf Investitionen des verarbeitenden Gewerbes, des Handwerks, des kleinflächigen innerstädtischen Handels, Modernisierungsmaßnahmen an Wohngebäuden und auf den Mietwohnungsneubau im innerörtlichen Bereich.
  • Bezüglich der Höhe und des sachlichen und zeitlichen Anwendungsbereichs der Investitionszulage gilt unter anderem folgendes:
  • Ausrüstungsinvestitionen: Investitionszulage von 10 %  für bewegliche Anlagegüter im verarbeitenden Gewerbe und bei produktionsnahen Dienstleistungen bis Ende 2004 (für kleine und mittlere Unternehmen Zulagen von 20 %); Investitionszulage von 10 % für bewegliche Anlagegüter von kleinen und mittleren Betrieben des Handwerks bis Ende 2001.
  • Gewerbliche Bauten: Investitionszulage von 10 % für Betriebsgebäude im verarbeitenden Gewerbe und bei produktionsnahen Dienstleistungen bis Ende 2004; Investitionszulage von 10 % für Betriebsgebäude von kleinen und mittleren Betrieben des Handwerks bis Ende 2001.

Die Investitionszulage bemisst sich nach der Summe der Anschaffungs- und Herstellungskosten der begünstigten Wirtschaftsgüter, die im Wirtschaftsjahr angeschafft oder fertiggestellt worden sind. Kreditkosten, Zinsen und Teilzahlungszuschläge werden nicht gefördert. Die Investitionszulage ist steuerfrei. Sie mindert nicht die Bemessungsgrundlage für Absetzungen, für Abnutzung oder für Sonderabschreibungen. Die Investitionszulage kann kumulativ zu Zuschüssen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" und zu den Sonderabschreibungen in Anspruch genommen werden.

Antragsberechtigte sind Investoren der gewerblichen Wirtschaft, einschließlich Handwerksbetriebe, die in den neuen Bundesländern und Berlin ansässig sind; ausgenommen sind Elektrizitäts- und Gasversorgungsunternehmen, Kreditinstitute, Versicherungs- und Handelsunternehmen. Die Einzelheiten hierzu können beim zuständigen Finanzamt abgefragt werden.

Fondsfinanzierung

Bei der Finanzierung eines Bioenergieprojektes über spezielle Projekt-/Beteiligungsfonds stellen vermögende Privatanleger und Investoren Eigenkapital für die Projektfinanzierung bereit. Die privat organisierte und mit privatem Kapital ausgestattete Projektgesellschaft realisiert mit Hilfe dieser Mittel das Projekt.

Projektfonds funktionieren als Sammelstellen für private Anlegergelder, aus deren Mittel die Projekte Kapital erhalten. Das Fondsvolumen wird in Form von Aktien oder stillen Gesellschaftsanteilen angeboten. Die Zeichner der Anteile sind als Aktionäre oder Gesellschafter an der Projektgesellschaft beteiligt. Das bedeutet, dass jeder Gesellschafter bzw. Mitunternehmer mit seinem Kapitalanteil an allen Gewinnen und Verlusten der Gesellschaft beteiligt ist. Verluste, die insbesondere in der Anfangsphase des Projektes auftreten können, werden dem Anleger anteilig zugewiesen. Diese individuellen Verlustzuweisungen wirken sich bei der persönlichen Einkommens- bzw. Lohnsteuererklärung steuermindernd aus.

Die Projekt-/Beteiligungsfonds werden meist von speziellen Finanzdienstleistergruppen, Finanzagenturen oder Fondsmanagern angeboten. Unter ihnen befinden sich auch verschiedene, die sich auf die Finanzierung von Projekten zur Nutzung erneuerbarer Energien spezialisiert haben. Die Finanzagenturen entscheiden meist nach einer eingehenden Analyse des geplanten Projektes unter Zuziehung von Experten darüber, ob sie eine Idee oder ein Vorhaben finanzieren oder nicht. Hierbei werden sowohl die Finanzkennzahlen als auch die ökologische Zielsetzung des Projektes beurteilt. Die Chancen, eine solche prinzipiell bankunabhängige Eigenkapitalbeschaffung für ein bestimmtes Bioenergieprojekte zu bekommen, sind besonders gut, wenn Aussicht auf eine kontinuierliche und akzeptable Verzinsung besteht und ein intelligentes Marketing eingesetzt wird, um entsprechende Kapitalgeber zu finden.

Contracting

Fehlendes Eigenkapital, geringes energietechnisches Know-how, nicht ausreichende Personalstärke oder einfach der Wunsch nach Outsourcing stellen Gründe dar, die komplette Verantwortung für die Energieversorgung und/oder -einsparung eines Gebäudes auf einen externen Spezialisten zu übertragen. Beim Contracting werden Investition und Betrieb nicht vom Nutzer selbst sondern von einem Dritten (dem Contractor) durchgeführt. Man unterscheidet vereinfacht gesehen zwei verschiedene Contracting-Arten:

  • Energieliefer-Contracting: Der Contractor plant, finanziert, errichtet und betreibt eine wärmetechnische Anlage. Sämtliche Dienstleistungen erfolgen ,,aus einer Hand". Der Contractor liefert beispielsweise Wärme oder Strom an den Kunden zu einem fixen Preis über die gesamte Vertragslaufszeit. Die Abrechnung erfolgt über die gelieferte Nutzenergie (MWh). Die Leistungskomponenten des Contractors sind die Finanzierung, Planung und Errichtung der Energieerzeugungsanlage oder deren Übernahme, die Betriebsführung, insbesondere die Instandhaltung und Bedienung, Energieträgereinkauf und Nutzenergieverkauf. Der Preis für die gelieferte Nutzenergie setzt sich aus den Energiekosten, den Rückzahlungsraten für die Investitionen sowie den Kosten für Serviceleistungen des Contractors (Wartung, Instandhaltung, etc.) zusammen. Nach Vertragsende gehört die Anlage dem Gebäudeeigentümer.
  • Einspar-Contracting: Energiespar-Contracting ist eine vertraglich vereinbarte Dienstleistung zwischen einem Unternehmen (Contractor oder auch Energiesparpartner) und einem Gebäudeeigner (Auftraggeber). Das Contracting-Unternehmen plant und realisiert Einsparmaßnahmen im Gebäude. Solche Maßnahmen können sein: Verbesserung der Beleuchtung, Optimierung der Heizungsanlage, der Regelung und Pumpen, Installation und Betrieb  eines Energiecontrolling-Systems oder die Optimierung der Lüftungsanlage. Die gesetzten Maßnahmen rechnen sich aus der Einsparung, so dass dem Gebäudeeigentümer keine zusätzlichen Kosten entstehen. Die Leistungsvergütung besteht aus einem Entgelt, dessen Höhe sich aus der erzielten Einsparung bestimmt. Nach Vertragsende erhält der Gebäudeeigentümer die gesamte Einsparung.

Der Hauptvorteil beim Contracting liegt darin, dass der Gebäudeeigner zweifach entlastet wird: Zum einen von der organisatorischen Umsetzung des Projektes und zum anderen von der finanziellen Belastung, die mit den Investitionen verbunden ist. Damit setzt das Contracting genau da an, wo v. a. in vielen Städten und Gemeinden der Schuh drückt: Für viele Objekte wird zwar ein energetischer Sanierungsbedarf konstatiert, doch häufig fehlt das Geld, um die Energiesparmaßnahmen zu finanzieren. Mit dem Contracting kann dieser unbefriedigende Zustand überwunden und in neue energiesparende Technologien investiert werden.

Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
Bauer Hubert