Bioenergie Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

1. BImSchV

 

1. BImSchV - Kleinanlagenverordnung

Die 2010 in Kraft getretene 1. BImSchV (Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes) regelt den Betrieb kleiner und mittlerer Feuerungsanlagen zur zentralen Wärme- und Warmwasserversorgung von Gebäuden sowie Einzelraumfeuerungsanlagen (u.a. offene Kamine und Heizkamine, Kamin- und Grundöfen, Kachelöfen und Herde). Öl- und Gasheizungen und Heizungen für feste Brennstoffe wie Kohle, Holz und Stroh- und anderes Halmgut sowie sonstige nachwachsende Rohstoffe als auch die für diese Anlagen zugelassenen Brennstoffe sind hiervon betroffen. In der Verordnung finden sich spezifische Anforderungen an die Errichtung und die Beschaffenheit von Feuerungsanlagen, an den Betrieb von Feuerungsanlagen und an deren Überwachung.

Die leistungsbezogenen Grenzen des Regelungsbereichs der 1. BImSchV für die kleinen und mittleren Feuerungsanlagen liegen dort, wo Feuerungsanlagen durch die 4. BImSchV einer Genehmigungspflicht unterworfen werden. Diese Leistungsgrenze liegt bei z.B. bei Holzfeuerungsanlagen bei  1.000 kW und bei Feuerungsanlagen für z.B. Stroh und anderes Halmgut bei 100 kW.

Mit der im Jahr 2010 in Kraft getretenen Novelle wurden im Vergleich zur bisherigen Verordnung deutlich strengere Emissionsanforderungen, z.B. an Staub- und Kohlenstoffmonoxid-Emissionen, sowie an die Effizienz bzw. die Wirkungsgrade von Feuerungen festgelegt. Mit der novellierten  Verordnung soll damit – im mittelfristigen Zeitraum - ein wirksamer Beitrag zur Minderung von (Fein-)Staubemissionen erzielt werden. Hierfür wurden die zulässigen Staubemissionen deutlich herabgesetzt. Die strengeren Anforderungen gelten für neu in Betrieb genommene Feuerungsanlagen. Zusätzlich wurde in sogenannten „Übergangsregelungen“ festgelegt, zu welchem Zeitpunkt Bestandsanlagen strengere Emissionsanforderungen erfüllen müssen. Die Feststellung des Zeitpunktes, wann Bestandsanlagen im Bereich der Einzelraumfeuerstätten und Zentralheizungen die strengeren Emissionsanforderungen zu erfüllen haben, erfolgt durch den zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister im Zuge der Feuerstättenschau.

Die 1. BImSchV regelt die wiederkehrende Überwachung durch den Bezirksschornsteinfegermeister für neu in Betrieb genommene Zentralheizungen ab 4 kW Nennwärmeleistung als auch für Zentralheizungen im Bestand.

Während Einzelraumfeuerstätten den Nachweis für die Einhaltung von bestimmten Emissionsgrenzwerten auf dem Prüfstand zu erbringen haben, müssen Heizkessel für feste Brennstoffe, wie z.B. Pellet-, Hackschnitzel- und Scheitholzkessel, die Einhaltung der Emissionsanforderungen in jedem 2. Jahr bei Messungen am Kessel im praktischen Anlagenbetrieb nachweisen. Im Rahmen der Überwachung der Anlagen ist vom Schornsteinfeger auch die Einhaltung der Anforderungen an die Brennstoffe zu überprüfen.

An Biomassekessel zur Nutzung von Brennstoffen gemäß § 3 Nr.8 und Nr.13 der 1. BImSchV, also zur Nutzung von Stroh und ähnlichem Halmgut, Energiegetreide und sonstigen nachwachsenden Rohstoffen, werden besondere Anforderungen an die Typprüfung und an die Einhaltung spezieller Emissionsanforderungen gestellt. Auslegungsfragen zu den besonderen Regelungen für Biomassekessel zur Nutzung von Brennstoffen gemäß § 3 Nr.8  wurden von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI) geklärt und haben u.a. zur Klassifizierung von Prüfbrennstoffen für die Typenprüfung der geeigneten Biomassekessel geführt.

Für weitere Informationen zur 1. BImSchV und deren Umsetzung wird auf den Verordnungstext und die Auslegungsfragen sowie auf das  Handbuch Bioenergie Kleinanlagen verwiesen. Bitte wenden Sie sich vor Errichtung einer neuen Feuerungsanlage oder bei einer geplanten wesentlichen Änderung einer bestehenden Feuerungsanlage an Ihren zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister.

Link:  Download der Textfassung der 1. BImSchV (vom 26. Januar 2010)

Auslegungsfragen zum Vollzug der 1. BImSchV:   http://www.lai-immissionsschutz.de/

Link: Handbuch Bioenergie Kleinanlagen

 

 

 

 
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Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
 
Bauer Hubert
 
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