Bioenergie Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

TOP-Thema: Marktanreizprogramm 2017

Neu errichtete Biomasseanlagen von 5 bis 100 kW werden auch im Jahr 2017 finanziell gefördert. 20 % Bonus wenn eine alte Öl- oder Gasheizung vorzeitig ausgetauscht wird.
Ziel der Bundesregierung ist es, den Austausch alter ineffizienter Heizkessel zu beschleunigen. Auf Grundlage der Richtlinie zur Förderung der beschleunigten Modernisierung von Heizungsanlagen bei Nutzung erneuerbarer Energien wird die Förderung aus dem sog. Marktanreizprogramm (MAP) um 20 % erhöht, wenn ein alter Öl- oder Gasheizkessel vorzeitig ausgetauscht wird. Mit der verbesserten Förderung soll Hausbesitzer angeregt werden, ineffiziente fossile Heizungen außer Betrieb zu nehmen und Heizsysteme auf Basis Erneuerbarer Energien anzuschaffen. Der Anteil erneuerbarer Wärme soll auf 14 % im Jahr 2020 gesteigert werden.
Aus dem Marktanreizprogramm (MAP) können in Bestandsgebäuden neu errichtete, besonders effiziente und emissionsarme Pellet-, Hackschnitzel- und Scheitholzkessel wie folgt gefördert werden:

  • Pelletöfen: Basisförderung 2.000 Euro,
  • Pelletkessel: Basisförderung 3.000 Euro, 80 EUR/kW installierte Nennwärmeleistung,
    Pelletkessel mit Pufferspeicher (min. 30l/kW): Basisförderung 3.500 Euro, 80 EUR/kW installierte Nennwärmeleistung
  • Scheitholzvergaserkessel: Basisförderung pauschal 2.000 EUR/Anlage,
  • Hackschnitzelheizungen: Basisförderung pauschal 3.500 EUR/Anlage.

Zusätzlich zur Basisförderung wird eine Zusatzförderung gewährt, z. B.  als Kombinationsbonus (u.a. bei Kombination mit Solarkollektoranlagen oder Wärmepumpe bzw. Einbindung Wärmenetz), als Gebäudeeffizienzbonus und für Optimierungsmaßnahmen. Zudem kann eine Innovationsförderung für Biomasseanlagen mit Partikelfilter bzw. Brennwerttechnik und für Prozesswärmeanlagen beantragt werden.

In Neubauten errichtete Biomasseanlagen können im Rahmen der Innovationsförderung einen Zuschuss in Höhe der Basisförderung erhalten:

  • 2.000 Euro für Pelletöfen mit Partikelfilter,
  • 3.500 EUR für Pelletkessel und Hackschnitzelheizungen mit Staubfilter bzw. mit Brennwerttechnik.

Tabelle des Bafa – „Übersicht über die Förderung von Biomasseanlagen

Eine um 20% erhöhte Förderung, als Zusatzbonus gemäß der Richtlinie zur Förderung der beschleunigten Modernisierung von Heizungsanlagen bei Nutzung erneuerbarer Energien, wird dann gewährt, wenn die zu ersetzende Heizungsanlage nachstehende Kriterien erfüllt:

  • Betrieb auf Basis fossiler Energien (z. B. Gas oder Öl);
  • keine Nutzung der Brennwerttechnik oder Brennstoffzellentechnologie;
  • es liegt kein Fall der gesetzlichen Austauschpflicht nach § 10 der Energieeinsparverordnung (EnEV) vor.

Tabelle des Bafa - Zusatzbonus Heizungspaket nach dem Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)

Bei der Optimierung der gesamten Heizungsanlage müssen zudem folgende Schritte durchgeführt werden:

  • Bestandsaufnahme und Analyse des Ist-Zustandes (z. B. nach DIN EN 15378),
  • Durchführung des hydraulischen Abgleichs und
  • Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz am gesamten Heizungssystem (z. B. die Optimierung der Heizkurve, die Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung sowie der Einsatz von Einzelraumregler).

Der Antrag für den Zusatzbonus ist im Rahmen des MAP-Antragsverfahrens zu stellen. Die geeigneten Formulare stehen auf www.bafa.de  zum Download zur Verfügung.


Aktuelle Informationen, Richtlinien und Antragsformulare zum Marktanreizprogramm stehen auf www.bafa.de und www.kfw.de bereit:

Weitere Informationen, Planungshinweise und Daten zu Pelletöfen und Pelletzentralheizungen sowie zu sonstigen Biomasseheizkesseln bietet die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. in den verschiedenen Marktübersichten zu Pelletheizungen, Hackschnitzelheizungen und Scheitholzvergaserkesseln sowie in der Datenbank Bioenergie
Die Bioenergieberatung steht für u.a. Fragen zu Ausrüstung bzw. Umrüstung von Biomasseanlagen mit Staubfiltern zur Verfügung.

 

 

Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
Bauer Hubert