Bioenergie Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Projekt 2012 - 2015: Detail

 

Projekt: Heckenmanagement im Vogelsbergkreis und im Landkreis Marburg-Biedenkopf

Region: Bioenergieregion Mittelhessen
Beschreibung:

Hecken in der Bioenergie-Region Mittelhessen

Geschätzte 15.000 Kilometer Hecken durchziehen die offene Landschaft des Vogelsbergkreises. Sie prägen das Landschaftsbild, schützen vor Erosion und sind Nahrungs- und Lebensgrundlage für viele Kleintiere und Vögel. Damit die Hecken mit ihren Funktionen erhalten bleiben und die Verkehrssicherheit an Straßen und Wegen gesichert ist, müssen Hecken alle 10 bis 15 Jahre geschnitten werden.

Bislang werden die Hecken nur vereinzelt und mit hohem Kostenaufwand gepflegt. Viele Heckenzüge sind inzwischen überaltert, behindern Wege oder landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Die Ziele des Heckenprojektes

Können die sinnvollen Pflegemaßnahmen durch das anschließende Hacken und den Verkauf von Holzhackschnitzel refinanziert werden? Um diese Frage zu beantworten, hat die Bioenergie-Region Mittelhessen in zwei Kommunen des Vogelsbergkreises ein „Heckenprojekt“ initiiert und betreut. Die Ziele des Projektes sind:

  • Überschlägige Ertragsprognosen und Kostenbilanz erlangen
  • Best Practice-Leitfaden darstellen und weitergehende Leitlinien für besondere Heckenstrukturen ableiten
  • Umsetzungsvorschläge mit den Akteuren vor Ort für ein flächendeckendes Heckenmanagement im Vogelsbergkreis entwickeln

Schritt für Schritt zum bezahlten Schnitt?

Mit Hilfe von Luftbildkarten, Kartierungen und Katasterdaten wurden die Hecken erfasst und die Eigentumsverhältnisse bestimmt. Während eines Vor-Ort-Termins wurden dann, in Abstimmung mit dem Bürgermeister, der Unteren Naturschutzbehörde, dem Amt für den ländlichen Raum, dem Naturschutzgroßprojekt und der Bioenergie-Region Mittelhessen, die Hecken für die Pflegemaßnahme ausgewählt. Die Ausschreibung der Schnittmaßnahmen, die Beauftragung des Pflegeschnitts sowie die Durchführung der Schnittaktion in Form einer publikumswirksamen Maßnahme, bildeten die nächsten Meilensteine des Projektes.

Eine kostenneutrale Pflege kann möglich sein

Unter bestimmten Voraussetzungen können, durch den Verkauf der Holzhackschnitzel (HHS), die Kosten für die Pflegemaßnahme gedeckt werden. Allerdings ist die Streuung der Kosten und Erträge enorm. Beeinflusst werden die Erträge vor allem durch die Art der Hecken und natürlich durch den Pflegerhythmus. Im Vogelsberg ergab eine Mischung aus Hoch- und Niederhecken einen Holzhackschnitzelertrag von 35 Schüttraummetern pro 100 Meter Heckenabschnitt (srm/100 m Hecke). Weitere Einflussfaktoren auf die Kosten- und Ertragsstruktur sind die Zusammenstellung der Lose, die Befahrbarkeit der Wege, der Feuchtegehalt der Hackschnitzel sowie die Vermarktungsart (Stichwort Direktvermarktung).

Die Erfahrungen und Ergebnisse aus der Modellumsetzung im Vogelsbergkreis wurden kontinuierlich auf eine entsprechende Entwicklung in der Zwillingsregion Marburg-Biedenkopf übertragen

Wie geht es weiter?

Um die Zahlen belastbarer zu machen, wird in der Stadt Ulrichstein ein zweiter Heckentag organisiert und es werden im Herbst weitere Heckenabschnitte in den Gemarkungen Hopfmannsfeld und Ulrichstein gepflegt. Außerdem  überlegt die Bioenergie-Region Mittelhessen gemeinsam mit den Akteuren vor Ort, wie ein flächendeckendes Heckenmanagement im Vogelsberg eingerichtet werden kann.

Im Ortsteil Momberg der Stadt Neustadt wurde vom Landkreis  Marburg-Biedenkopf mit Unterstützung der Bioenergie-Region Mittelhessen Ende 2014 ein Heckentag mit Probeschnitten durchgeführt. Mit Unterstützung der Universitäten Marburg und Gießen wurden in der Gemarkung Momberg Hecken kartiert sowie faunistisch-floristische Untersuchen zum Artenbestand in den Hecken realisiert.

Die Projektpartner:

Bioenergie-Region Mittelhessen, Vogelbergkreis, Amt für den ländlichen Raum und Daseinsvorsorge, Vogelsbergkreis, Gemeinde Lautertal und Stadt Ulrichstein (Vogelsbergkreis); Landkreis Marburg-Biedenkopf, Fachdienst Klimaschutz und Erneuerbare Energien, Stadt Neustadt, Universität Gießen, Universität Marburg.

Ansprechpartner: Peter Momper
Telefon: 0641909850
Email: p.momper(bei)die-ac.de
WWW: zur Website des Projektes
Projektzeitraum: 01.09.12 - 31.07.15
Kategorien:Betroffene Wertschöpfungskette:
  • Festbrennstoffe
Ebene des Stoffstroms:
  • Biomassebereitstellung
  • logistik_und_vermarktung
  • Anlagenbezogene Massnahme
Weitere Kategorien:
  • Bildung & Wissenstransfer
  • Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
  • Naturschutz & Landespflege
 
 
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
 
Bauer Hubert
 
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